KlassikAuto Berlin

Sach- und Lachgeschichten aus einer Oldtimergarage



Mit einem Blick voraus...

Ein Rover darf nicht aufdringlich ins Auge fallen, er muss diskret erscheinen! Von dieser unternehmenseigenen Philosophie war das erste Modell der P4 Baureihe im Herbst 1949 weit entfernt. Der neue Rover 75 präsentierte sich frisch und modern, für das typische Rover- Klientel gar revolutionär.

Am Ende seiner fünfzehnjährigen Existenz wirkte er so flott wie eine walisische Kommode. Schon zu Zeiten, als ein P4 im englischen Straßenbild gut vertreten war, schmückte sich die schrullig anmutende Limousine mit dem liebevollen Kosenamen „Tantchen“.

Dessen ungeachtet trug „One of Britains fine cars“ unter seinem konservativen Blechkleid fortwährend viele technische Innovationen. Ein Blick zurück…

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Lancias faszinierendes Konzept der V4-Motoren blickt zurück auf eine lange Tradition. Seit 1922 befeuern außergewöhnliche Triebwerke, deren Zylinder in Reihe und einem V-Winkel angeordnet sind, eine beachtenswerte  Anzahl fortschrittlicher Automobile. Lambda, Augusta,  Artena,  Aprillia,  Ardea oder Appia dokumentieren die Erfolgsgeschichte. Der letzte und ästhetisch vielleicht schönste Vertreter seiner Art, verrichtet seine Arbeit im erfolgreichsten Modell der Turiner Edelschmiede, bevor der Fiat Konzern das traditionsreiche Unternehmen übernimmt: der Lancia Fulvia.

Im Zeichen des Erfolges - Fulvia V4

Schon der Name zergeht auf der Zunge wie eine Scheibe feinster Culatello Schinken: Ettore Zaccone Mina.
Und die Persönlichkeit mit  dem klangvollen Namenszug nebst ihrer Genialität begeistert ebenso. Der studierte Maschinenbauingenieur zeichnet sich 1954 für die Konstruktion des V8 Motors im berühmten D50 Formel 1 Rennwagen verantwortlich, mit denen Lancia zum Angriff auf die Vormachtstellung der Mercedes W 196 Silberpfeile bläst. Zwei unbedeutende Siege Alberto Ascaris als Höhepunkt, dessen tödlicher Unfall auf einer Testfahrt, sowie  exorbitante Kosten, die das Unternehmen in finanzielle Schieflage führen,  beenden das Engagement in der Königsklasse des Motorsports bereits im zweiten Jahr. Der fähige Kopf wird mit einer neuen Aufgabe betraut.

Als leitender Cheftechniker entwickelt er mit Beginn der 1960er Jahre die Kraftquelle für das neue Modell Lancia Fulvia. Sein Werk aber ist mehr als nur ein Motor…

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Das bisschen Regen…

von M.Pohle am 11. Mai 2017

Es ist kein Geheimnis, dass ich den Schraubenschlüssel hin und wieder gerne gegen die Fotokamera eintausche. Eine stets willkommene Möglichkeit bietet die abschließende Probefahrt am Ende der Reparatur eines beschraubten Klassikers. Obwohl an einem trüben Frühlingstag im Mai dunkle Regenwolken den Himmel verdeckten, habe ich mich auch diesmal nicht zweimal bitten lassen.

Was der Sonne lieb, ist dem Regen recht...

Sie war der Liebling sportlich ambitionierter Familienväter in Italien: die Lancia Fulvia Berlina.
Wer mit Hauszierde samt Mama, Bambini und opulent gefülltem Picknickkorb flott unterwegs sein wollte, schwor auf die charismatische Limousine. Sechs Jahre nach seinem Debüt im Frühjahr 1963, erhielt das Erfolgsmodell aus Turin nach der Übernahme von Lancia durch den Fiat-Konzern im Jahr 1969 sein erstes und einziges Facelift. Nur drei Jahre später rollten die letzten Exemplare aus den Produktionshallen. Schade. Schließlich verfügte das kantige Familiengefährt ab 1967 über die gleichen Leistungsmerkmale wie die schnittigen Coupés – und bietet heutzutage somit eine erschwingliche Grundlage für ein Engagement im historischen Motorsport. Das erkannte auch der derzeitige Besitzer von KlassikAuto´s Fotomodell, einer Fulvia Berlina der zweiten Serie von 1972. Etliche Aufkleber am Fahrzeug bekunden flotte Begegnungen mit Fuchsröhre, Galgenkopf und Caracciola´s Karussel in der Nordschleife des Nürburgringes.

Warum ein grauer und verregneter Nachmittag es nicht schaffte meine gute Laune zu trüben, sehen Sie, wenn Sie weiterklicken…
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Benzinköpfe

von M.Pohle 12.04.2017

Sie nennen sich »Benzinköpfe«. Selbstverständlich gibt es auch einen korrekten Ausdruck, der dem neumodisch anglifizierten, deutschen Sprachgebrauch Rechnung trägt: PETROL HEADS! Die passende Begriffserklärung und was ein Musterexemplar kennzeichnet, dem Ottokraftstoff das Gehirn vernebelt, liefert die Sonntagsausgabe einer renommierten Tageszeitung. Dort wird der Welt präzise erklärt, es bedarf zunächst erst einmal eines Automobils. Natürlich nicht [...]

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Ein Leben am Limit

von M.Pohle 22.12.2016

Kleine Jungs spielten nicht mit Mädchen. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts sowieso nicht. Und wenn sie schließlich erwachsen, vielleicht auch noch gut betucht waren, erst recht nicht. Ihre bevorzugten Spielzeuge hatten vier Räder und mächtig Hubraum – oder aber Flügel und einen Sternmotor mit voran geschraubtem Propeller. Ein Beispiel par excellence bieten die berühmten Bentley-Boys [...]

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Cool Britannia

von M.Pohle 14.08.2016

Wer die britische Insel mit dem klassischen Automobil fernab der Motorways bereist, erliegt schnell dem einzigartigen Zauber malerischer Landschaften. Es muss aber nicht immer Kent, Sussex oder Goodwood sein. Warum in die Ferne schweifen, wenn »Cool Britannia«  doch vor der Haustür liegt. Das Wald- und Seengebiet der Potsdamer Mittelmark verführt mit seinem außergewöhnlich britischen Flair. [...]

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Arosa, Schnee und schöne Frauen

von M.Pohle 25.05.2016

Claudia Cardinale, Brigit Bardot,  Anita Ekberg – gerne posierten berühmte Schönheiten in den 1960er Jahren mit den Automobilen von Lancia . Die Symbiose weiblicher Anmut und stilvoll sportlichem Fortbewegungsmittel auf zeitgenössischen Werbepostern verzückt auch viele Dekaden später noch immer das Auge eines Connaisseurs. »Die Bardot« schmückte mit winterlichem Sportgerät und wärmenden Pelz ausstaffiert, einst den [...]

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