<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>KlassikAuto Berlin &#187; Wie es begann</title>
	<atom:link href="http://www.klassikauto-berlin.de/category/werkstatt/wie_es_begann/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.klassikauto-berlin.de</link>
	<description>Sach- und Lachgeschichten aus einer Oldtimerwerkstatt</description>
	<lastBuildDate>Sat, 21 Feb 2026 11:58:18 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.1.3</generator>
		<item>
		<title>Viel Rost, viel Tinte und ein Jubiläum</title>
		<link>http://www.klassikauto-berlin.de/2015/07/viel-rost-viel-tinte-und-ein-jubilaum/</link>
		<comments>http://www.klassikauto-berlin.de/2015/07/viel-rost-viel-tinte-und-ein-jubilaum/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Jul 2015 21:46:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M.Pohle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wie es begann]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.klassikauto-berlin.de/?p=4788</guid>
		<description><![CDATA[Von Null auf Fünfzig in dreieinhalb Jahren! Mit den Beschleunigungswerten eines Porsche 911 T aus den späten Sechzigern kann dieser Wert wahrhaftig nicht konkurrieren. Selbst ein ALFA 12 HP  &#8211; Vincenzo Lancia erstes Automobil &#8211; aus dem Jahre 1908 hat bessere Resultate vorzuweisen. Wenn man aber vom lesenswert geschriebenen Wort soviel Kenntnis besitzt, wie ein Gebrauchtwagenverkäufer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Von Null auf Fünfzig </strong>in dreieinhalb Jahren! Mit den Beschleunigungswerten eines Porsche 911 T aus den späten Sechzigern kann dieser Wert wahrhaftig nicht konkurrieren. Selbst ein ALFA 12 HP  &#8211; Vincenzo Lancia erstes Automobil &#8211; aus dem Jahre 1908 hat bessere Resultate vorzuweisen. Wenn man aber vom lesenswert geschriebenen Wort soviel Kenntnis besitzt, wie ein Gebrauchtwagenverkäufer vom wechselgesteuerten Schnüffelventiltrieb eines De-Dion-Bouton Motordreirades, dann ist der fünfzigste Artikel auf <strong>KlassikAuto</strong> ein bemerkenswerter Meilenstein.</p>
<div id="attachment_4830" class="wp-caption alignright" style="width: 300px">
	<a class="highslide img_1" href="http://www.klassikauto-berlin.de/wp-content/uploads/2015/07/IMG_5161kopie.jpg" onclick="return hs.expand(this)"><img class="size-medium wp-image-4830" title="KlassikAuto - Berlin" src="http://www.klassikauto-berlin.de/wp-content/uploads/2015/07/IMG_5161kopie-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Handwerkzeuge...</p>
</div>
<p>Seit Sommer 2012 informiert KlassikAuto – Berlin vom rostigsten Hobby der Welt. In unregelmäßigen Abständen berichtete ich über erlebnisreiche Landpartien und lies den Leser durch die geöffneten Tore meiner Garage an der Auferstehung einiger italienischer und englischer Schönheiten teilhaben. In den Kolumnen durfte rund um das Thema Oldtimer ausgiebig geschmunzelt werden. Wieder einmal tausche ich den Schraubenschlüssel gegen die Feder. Aus bedeutsamen Anlass: KlassikAuto feiert sein erstes Jubiläum, den fünfzigsten Artikel!</p>
<p>Vom Schrauben zum Schreiben. Ein Spaziergang durch die Zeit der Anfänge hinein in die Gegenwart. Wie immer informativ, wie so oft mit einer Prise Humor versehen. Ein Blick hinter die Kulissen im Selbstinterview&#8230;</p>
<p><span id="more-4788"></span></p>
<p><strong>Neben deiner Leidenschaft für Oldtimer hast du die Liebe zum Wort entdeckt. Wann hast du angefangen zu schreiben?</strong></p>
<p>Ich kann mich an den Zeitpunkt nicht mehr erinnern, wohl aber worüber ich schreiben wollte. Ein Kriminalroman sollte es werden. Das Skript lag bereits in der Schublade vom Schreibtisch. In der Manier eines Dan Brown sollte mein Held Berlin und die Welt retten. Vermutlich hätte er die Schurken in einem <em>Morgan Threewheeler </em>oder einem <em>Bentley- Blower Le Mans </em>verfolgt.<br />
Vielleicht war meine Sehnsucht einfach zu abstrakt. Schon vor der ersten Zeile hatte ich eine Schreibblockade. Ich habe den Roman nie angefangen.</p>
<p><strong>Zwischen Action-Roman und KlassikAuto bestehen große Gegensätze. Wie kam es dazu?</strong></p>
<p>Die prägende Begegnung mit einem Profi öffnete mir die Augen. Warum in die Ferne schweifen, wenn das „<em>Mögliche“</em> doch so nahe liegt. Neben einem attestierten Talent wurde mir dezent bewusst gemacht, dass dreißig Jahre bewegte Oldtimerei genug Erlebnisse bereithielten, um schöne Geschichten und Artikel darüber zu schreiben. Bevor ich mich versah, besaß ich einen Mentor und stand plötzlich vor dem leeren Gerüst einer Internetseite namentlich KlassikAuto Berlin. Diese musste ich mit Leben befüllen. Man hat mich sprichwörtlich ins kalte Wasser gestoßen.</p>
<p><strong>Man lernt im Leben nie aus. Als ausgereifte Persönlichkeit aber wieder eine neue Herausforderung anzugehen, dazu noch unter dem Fingerzeig eines Lehrmeister, erscheint nicht unproblematisch. Warst du ein guter Azubi?</strong></p>
<p>Ooh! Der Lehrling wurde im fortgeschrittenen Alter wieder pubertär. Ich war so störrisch, wie ein verstopfter Kraftstofffilter im Tank einer Lancia Flaminia. In der Nikotinnebel geschwängerten, vom Geist des Weines beschwingten Schreibstube herrschte oft explosive Stimmung wie in der Brennkammer eines Ottomotors.</p>
<p><strong>Lehrjahre sind also keine Herrenjahre?</strong></p>
<p>Diese uralte Weisheit ist noch immer unwiderlegbar. Aber einen Profi an seiner Seite zu wissen, ist unbezahlbar. Auch wenn ich gestehe, das für mich persönlich der Durchbruch erst kam, als der Protagonist der ersten Stunde und Mentor das Redaktionsbüro von KlassikAuto verlassen hat. Ich musste plötzlich auf eigenen Füßen stehen. Meine Fähigkeiten als Autodidakt haben mir sehr geholfen.</p>
<p><strong>Gab es besondere Herausforderungen?</strong></p>
<p>Oh ja. Versuchen Sie mal einen Beagle  zum Stillsitzen hinter dem Steuerrad eines Rover 100  zu bewegen. Dazu noch einen walisischen! Ein Jaguar V12 Motor ist einfacher in einen Fiat Giardiniera eingebaut.</p>
<p><strong>Warst du erfolgreich?</strong></p>
<p>Ich glaube schon. Nicht nur den Hund betreffend.  Die Kommentare auf der Webseite, aber auch hinter den Kulissen geben mir das Gefühl, meine Sache ordentlich zu machen. Jan Philip Rathgen, Chefredakteur von Classicdriver und Juror des Concorse d´Eleganza Villa d´Este beendete die Konversation  im Zuge einer Urheberrechtsrecherche mit den Zeilen: „Sehr schöne Geschichten auf Ihrer Webseite.“ Soviel Lob erfüllt einen Novizen selbstverständlich mit Stolz. AutoBild äußerte sich gleichfalls sehr lobend über meinen Webauftritt. Überdies verlangen immer häufiger Stammleser nach neuen Zeilen.</p>
<p><strong>Wie schafft man es neben Büro und Werkstatt eine Internetseite mit Leben zu befüllen?</strong></p>
<p>Das ist oft außerordentlich kraftverzehrend. Während meine Frau von neuen Manolo Blaniks  oder so manch Leser vom  fehlenden Ersatzteil für seinen Oldie träumt, brennt im Redaktionsbüro noch ewig Licht. KlassikAuto ist sehr viel Nachtarbeit.</p>
<p><strong>KlassikAuto behandelt sehr spezifische Automarken. Warum Rover und Lancia?</strong></p>
<p>Automobilmarken, die heute nicht mehr existieren, boten schon immer eine gute Wahl für Kenner mit subtilem Geschmack. Überhaupt muss man erst einmal ein Automobil finden, dessen mehrfach einstellbarer und etwas eigenwillig ausschauender Schalthebel zu meinen  „Affenarmen“ passt. Soviel persönliche Übereinstimmung sollte man der Welt nicht vorenthalten. Folglich berichte ich lieber über Automobilmarken wie  Rover, Lancia, Alvis oder Bristol. Je mehr sich eine Automarke vom Mainstream abhebt, umso größer wird die Aussicht, auf ganz besonders originelle Symbiosen von Mensch und Maschine zu treffen.<br />
Und von englischen Designikonen, fauchenden Boxermotoren aus Zuffenhausen, offenen Sportwägelchen aus der Zeit des deutschen Wirtschaftswunder sowie farbsortierten Roadstern aus dem Hause Alfa Romeo und MG wird im Netz schon genug berichtet.</p>
<p><strong>Aber KlassikAuto unterscheidet sich auch über die Automobilmarken hinaus von den üblichen Oldtimer-Webseiten im Netz. Wie kommt es?</strong></p>
<p>Im Grunde ist diese Frage sehr einfach zu beantworten. In meinen Artikeln reflektieren sich die ureigensten Empfindungen aus der täglichen Begegnung mit dem rostigen Vergnügen. Zugegeben, ich bin wohl etwas gefühlsdusseliger als andere Menschen, dass spiegelt sich in meinen Zeilen. In den IMPRESSIONEN darf geträumt, in der KOLUMNE „Mit Motoröl geschrieben“ <em>muss</em> gelacht werden. Schließlich ist die Oldtimerei oftmals eine Leidenschaft, die gerne Leiden schafft. Ob Pein oder Freud, es geschieht jeden Tag irgendwo in einer Werkstatt, einer  Garage oder auf einer Ausfahrt -  nur schreibt  niemand darüber. Viel lieber wird in den Medien in Endlosschleifen über Pferdestärken, Auktionsergebnisse und für den gemeinen Oldtimerfan unerreichbare Kostbarkeiten aus dem Hause Bugatti oder Bentley berichtet. Überhaupt geht es  in einschlägigen hochglänzenden Magazinen viel zu ernst zu. Meine Herren Chefredakteure: Auch wenn ich nicht über Italiener schreiben kann, die auf einem Triumph-Treffen in der Toskana mit einem Bowler auf dem Kopf über den manikürten Rasen eines Concours schreiten – es darf ruhig ein wenig mehr gelacht werden. Gerne  dürfen Sie meine Kolumne kaufen.</p>
<p><strong>Auf welchen Artikel bist du besonders stolz – und warum?</strong></p>
<p>„Im Gummiboot nach Rimini“ -  es war mein erster Artikel ohne professionellen Beistand.  Sozusagen ein Artikel der Stunde Null. Natürlich ging mir auch der technische Erfolg am Morris runter wie feinstes Synthetic-Öl.</p>
<p><strong>Und der ultimative Artikel – welcher könnte das sein?</strong></p>
<p>Ein Bericht über eine Roadtour mit meiner <em>Auntie</em>, durchweg über kontinentale und englische Landstraßen zum Goodwood Revival. Fotografisch festgehalten von Amy Shore.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.klassikauto-berlin.de/2015/07/viel-rost-viel-tinte-und-ein-jubilaum/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schrauben bis der Arzt kommt</title>
		<link>http://www.klassikauto-berlin.de/2012/02/schrauben-bis-der-arzt-kommt/</link>
		<comments>http://www.klassikauto-berlin.de/2012/02/schrauben-bis-der-arzt-kommt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 21:56:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M.Pohle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wie es begann]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.klassikauto-berlin.de/?p=1326</guid>
		<description><![CDATA[Meine erste eigene Werkstatt bot ungeahnte, neue Möglichkeiten. Maßlos konnte ich meiner Leidenschaft frönen, unabhängig von Licht- und Wetterverhältnissen. Sie lag im Arbeiterstadtteil Neukölln. Auf dem Hinterhof eines Mietshauses reihten sich mehrere Doppel- und Großgaragen aneinander und versprühten mit ihrem morbiden Gemäuer einen ganz besonderen Charme.  Leider sind viele typische Garagenhöfe in den letzten zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Meine erste eigene Werkstatt </strong>bot ungeahnte, neue Möglichkeiten. Maßlos konnte ich meiner Leidenschaft frönen, unabhängig von Licht- und Wetterverhältnissen. Sie lag im Arbeiterstadtteil Neukölln. Auf dem Hinterhof eines Mietshauses reihten sich mehrere Doppel- und Großgaragen aneinander und versprühten mit ihrem morbiden Gemäuer einen ganz besonderen Charme.  Leider sind viele typische Garagenhöfe in den letzten zwei Jahrzehnten durch den architektonischen Wandel des Berliner Stadtbildes  verloren gegangen.   In unser Garagengemeinschaft galt die bekannte Redensart: »Der Letzte macht das Licht aus«. Vor 2 Uhr nachts wurden die Lichter selten ausgeknipst.</p>
<div id="attachment_1329" class="wp-caption alignright" style="width: 300px">
	<a class="highslide img_3" href="http://www.klassikauto-berlin.de/wp-content/uploads/2012/06/Erste-Hilfe.jpg" onclick="return hs.expand(this)"><img class="size-medium wp-image-1329 " title="KlassikAuto Berlin" src="http://www.klassikauto-berlin.de/wp-content/uploads/2012/06/Erste-Hilfe-300x225.jpg" alt="... fallen manchmal Späne" width="300" height="225" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Wo gehobelt wird...</p>
</div>
<p>Täglich schraubte ich an meinem Rennopel bis der Arzt kam; im wahrsten Sinne des Wortes. Denn eines Abends fand ich mich nach einem Arbeitsunfall in der Notaufnahme eines Berliner Krankenhauses wieder. Der Anblick meiner schmutzigen, vor Öl triefenden Hände entlockte der Krankenschwester zur Begrüßung im Operationssaal nur die Worte: »Na, Schrauber, waa!« Schon am darauffolgenden Tag fummelte ich mit einem genähten Nerv im Zeigefinger, gut verbunden und durch eine zusätzliche Plastiktüte geschützt, wieder in den Tiefen irgendeines Motorraumes herum.</p>
<p><span id="more-1326"></span></p>
<p><strong>Mit 24 </strong>faszinierte mich die amerikanische Automobilkultur. Auf der Werkbank, im Wohnzimmer und neben dem Bett stapelten sich Hot Rod und Muscle Car Magazine. Drag Racing und V8-Motoren hatten es mir angetan. Ich begann von einer 62er Corvette zu träumen. Bis zum eigenen V8-Boliden sollte es jedoch noch ein wenig dauern. Zunächst half mir einer kleiner Trick, meine amerikanischen Autogelüste zu befriedigen. Ein riesiges Ölthermometer thronte auf dem Windleitblech vor der Windschutzscheibe meines Rennopels. Das Gehäuse in Wagenfarbe lackiert, sah das Zusatzinstrument sehr schick aus. Praktisch war meine Imitation amerikanischer Custom-Kunst allerdings nicht, denn die Motorhaube lies sich nicht mehr öffnen, ohne vorher ausgiebig zu schrauben. Ach übrigens: Denn Opel habe ich in der Zwischenzeit verkauft, jedoch ohne Ölthermometer. Das liegt als Erinnerungsstück heute noch immer im Regal.</p>
<p><strong>Ich begann </strong>Mitte der achtziger Jahre alte Schrottkisten zu kaufen und wieder flott zu machen. Geschweißt, neu lackiert und mit frischer Tüv-Plakette versehen, trug der Verkaufserlös dazu bei, die Werkstattmiete und das Hobby selbst zu finanzieren. Meine erste aufgebaute Karre war ein Mini Innocenti. War es ein Wink des Schicksals oder Zufall? Ich kann mich nicht mehr erinnern. Aber 15 Jahre später, 1999, kaufte ich einem guten Freund seinen 1971er Inno ab. Seitdem ist das mausgraue Gefährt mit Automatikgetriebe und getuntem 68 PS-Motor aus meinem Fuhrpark und meinem Herzen nicht mehr wegzudenken.</p>
<p>Es sprach sich schnell herum, dass ich an Autos schraubte. So dauerte es nicht allzu lange bis der Nachbar an der Tür klingelte und um einen Ölwechsel bat. Der erste zufriedene Kunde führte schließlich dazu, dass die Dinge durch Mundpropaganda ihren Lauf nahmen. Ganz nebenbei vergrößerten sich meine Kenntnisse und Fähigkeiten rund um die Automobiltechnik.<br />
Frei nach dem Motto, das kann ich auch, studierte ich Fachbücher,  Anleitungen in denen man das Lackieren lernen konnte oder beschäftigte mich mit Handbüchern über Autoelektrik, wenn ich nicht gerade schraubte.  Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben, und ich glaube, ich bin ein gutes Beispiel dafür. Heute, fast dreißig Jahre später, kann ich behaupten, dass ich autodidaktisch ein komplettes Berufsbild erlernt habe und dazu noch einige Spezialkenntnisse für die Oldtimerei und den Karosseriebau.<br />
Zwei Jahre später trug die erste Werkstatt den gestiegenen Bedürfnissen keine Rechnung mehr. So zog ich mit einem neuen Mitstreiter in eine größere und schönere Garage ein. Vom Tageslicht durchflutet, lies die neue Schrauberstätte keine Wünsche offen.</p>
<p><a class="highslide img_4" href="http://www.klassikauto-berlin.de/wp-content/uploads/2012/06/KlassikAuto-Porsche-928-2.jpg" onclick="return hs.expand(this)"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1335" title="KlassikAuto Berlin" src="http://www.klassikauto-berlin.de/wp-content/uploads/2012/06/KlassikAuto-Porsche-928-2-150x120.jpg" alt="" width="150" height="120" /></a><strong>Endlich</strong> stand auch der lang ersehnte V8-Bolide vor dem Garagentor. Es war ein leicht unfallbeschädigter Porsche 928 mit Motorschaden. Ich war naiv, als ich glaubte, ich könnte das Auto mit ein wenig Muße für mich wieder aufbauen. Die täglich anfallenden Werkstattarbeiten ließen mir keine Zeit dafür. Das gute Stück landete schließlich in den Regalen des Ersatzteillagers. Damit die Teile auch ihrer Bestimmung nachkommen konnten, habe ich mir wenig später ein fahrbereites Exemplar gegönnt. Es war ein 78er Modell in der Farbe tabakbraun, mit karamellfarbener Innenausstattung und Sitzpolstern im Schachbrett-Design. Der 928 war bis ins kleinste Detail ein technischer Leckerbissen: Von der Transaxle-Bauweise, einstellbarer Fußpedalerie bis zur Klimaanlage, die fähig war, die Schokolade im Handschuhfach zu kühlen.</p>
<div id="attachment_1338" class="wp-caption alignright" style="width: 300px">
	<a class="highslide img_5" href="http://www.klassikauto-berlin.de/wp-content/uploads/2012/06/KlassikAuto-Porsche-928-1.jpg" onclick="return hs.expand(this)"><img class="size-medium wp-image-1338 " title="KlassikAuto Berlin" src="http://www.klassikauto-berlin.de/wp-content/uploads/2012/06/KlassikAuto-Porsche-928-1-300x200.jpg" alt="... für mich der perfekte Maßanzug." width="300" height="200" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Für Porsche eine werksinterne Revolution...</p>
</div>
<p><strong>Zehn Jahre </strong>bestritt ich mit solider, deutscher Abenteuerlust aus Baden-Württemberg meinen automobilen Alltag. Es war das beste Auto, das ich jemals  gefahren habe. So perfekt wie ein maßgeschneiderter Anzug aus dem Hause Emilio Zegna.<br />
Das Ende meiner Porschelust war der Beginn frischer, wegweisender automobiler Vorlieben.<br />
Längst waren die amerikanischen Automagazine englischen, italienischen und deutschen Oldtimerzeitschriften gewichen. Zwischenzeitlich hatte ich meine heutige Werkstatt bezogen und widmete mich neuen, vierrädrigen Abenteuern. Aber das ist eine andere Geschichte, von der ich Ihnen beim nächsten Mal gerne mehr erzähle.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.klassikauto-berlin.de/2012/02/schrauben-bis-der-arzt-kommt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie es bei mir begann</title>
		<link>http://www.klassikauto-berlin.de/2011/06/wie-es-bei-mir-begann/</link>
		<comments>http://www.klassikauto-berlin.de/2011/06/wie-es-bei-mir-begann/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 21:26:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M.Pohle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wie es begann]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.klassikauto-berlin.de/?p=180</guid>
		<description><![CDATA[Ich war 21 als ich meinen Führerschein gemacht habe. Ziemlich spät für jemanden aus meiner Generation. Zumal auch der Genuss des Zweiradfahrens in meiner Jugend an mir vorbeigezogen ist. Kein Fahrrad, kein Mofa, kein Roller. So wie es für die damalige Zeit in der Phase des Erwachsen werden unüblich war. Wenigstens war es mir als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Ich war 21 </strong>als ich meinen Führerschein gemacht habe. Ziemlich spät für jemanden aus meiner Generation. Zumal auch der Genuss des Zweiradfahrens in meiner Jugend an mir vorbeigezogen ist. Kein Fahrrad, kein Mofa, kein Roller. So wie es für die damalige Zeit in der Phase des Erwachsen werden unüblich war. Wenigstens war es mir als gebürtigem Berliner vergönnt, auf der Seite der Stadt zu leben, die mir erlaubte, meine späteren automobilen Freuden frei ausleben zu können.</p>
<div id="attachment_194" class="wp-caption alignright" style="width: 300px">
	<a class="highslide img_6" href="http://www.klassikauto-berlin.de/wp-content/uploads/2012/05/Werkzeugwagen_01.jpg" onclick="return hs.expand(this)"><img class="size-medium wp-image-194" src="http://www.klassikauto-berlin.de/wp-content/uploads/2012/05/Werkzeugwagen_01-300x229.jpg" alt="" width="300" height="229" /></a>
	<p class="wp-caption-text">&quot;Straßenschrauber-Set&quot;</p>
</div>
<p>Mein erster fahrbarer Untersatz war ein 1972er Kadett B.  Eine zweitürige Limousine in der Farbe rot. Ich erinnere mich gerne mit einem Schmunzeln an das gute Stück. Es verbrauchte derart wenig Benzin, dass ich mich noch heute frage, ob sich in seinem Aufbau eine Kraftstoffwiederaufbereitungsanlage versteckt hat. Ich hätte sie auch nie gefunden. Es wäre die revolutionierende Patentidee gewesen. Schade.</p>
<p><strong>Bewaffnet mit der Kultfibel </strong>für Menschen, die Dinge gerne eigenhändig  anpacken, »Jetzt helfe ich mir selbst«, unternahm ich meine ersten Schritte im weiten Spektrum der KFZ- Instandhaltung. Es kam mir nur zu Gute, dass ich bei einem renommierten, deutschen Weltkonzern eine Ausbildung zum Betriebsschlosser absolviert hatte. So lernte ich, dass man Schraubendreher nicht schief ansetzt oder sich gar mit dem Hammer ständig auf die Finger haut. Der Grundstock für eine handwerkliche Karriere war gelegt. Und die ersten Erfolge beim Zündkerzenwechsel machten Lust auf mehr.</p>
<p><span id="more-180"></span><br />
<strong>Es folgte ein Käfer-Cabrio.</strong> Typ 1303. Wieder in der Farbe rot. Jung und unerfahren wie ich war, stand mein erstes automobiles Desaster auf der Straße vor der Wohnungstür. Es war der Fehlkauf meines Lebens! Ausgestattet mit den ersten Erfahrungen des »Schraubens« blieb mir nichts anderes übrig, als aus dem Schrotthaufen ein richtiges Auto zu machen. Einen Winter verbrachte ich in der Werksatt der Firma, wo meine Mutter arbeitete. Der Chef hatte mir freundlicherweise diese Möglichkeit angeboten. Versehen mit neuen Blechteilen, zaghaften Schweißversuchen im Karosseriebereich und  kleinen technischen Instandsetzungen, erstrahlte am Ende meiner ersten »Restauration« ein wieder genesendes Cabrio in strahlendem schneeweiß. Breite Reifen und ein Sportluftfilter kündigten die bevorstehenden, wilden Zeiten an. Leider hatte ich an meinem guten Stück nicht lange Freude. Zwei Monate nach dem ich das Auto fertig gestellt hatte, setzte es meine damalige Freundin in einem gekonnt gezirkelten 180° Halbkreis beim Verlassen einer Parkplatzausfahrt gegen eine Häuserwand. Aber ich war jung und blieb vom Bazillus des Tuning nicht verschont.</p>
<p><strong>Ein Rüsselsheimer </strong>folgte als Ersatz auf meine wohl größte Jugendsünde. Raten Sie in welcher Farbe. Natürlich in rot. Und was für einer! Ein 1972er Rekord D Coupe Sprint. Breite Schlappen, Verbreiterte Kotflügel, Commodore- Hinterachse, Doppelvergaser, hochgestreckter Hintern. Ganz nach meinem damaligen Geschmack. Auf dem Küchentisch entstand der erste, in Eigenregie generalüberholte Motor, den ich natürlich gründlich »vermasselt« habe. Denn am Ende besaß das biedere Opeltriebwerk satte 60 PS mehr und fuhr  über 200 km/h schnell. Die nachbarschaftliche Freundschaft zu einem KfZ-Meister erwies sich als überaus lehrreich für mich. Gut geschult, erweiterte sie  fundiert und schnell mein Wissen rund um die Automobiltechnik.</p>
<p><strong>Zur damaligen Zeit </strong>lebte ich in einer Gegend, in der jeden Nachmittag nach Feierabend fleißig auf der Strasse gebastelt wurde. Vor jedem Mietshaus sah man jemandem, der, wie auch immer, sich mit seinem Auto beschäftigte. Eine Erscheinung, die heute vollständig aus dem Berliner Stadtbild verschwunden ist. Somit gehörte ich einer mittlerweile vermutlich ausgestorbenen Generation an. Ich war ein Straßenschrauber!<br />
Sieht man einmal vom Ärger mit der Lebensgefährtin ab, die sich mit verdrehten Augen und warnend erhobenen Zeigerfinger missmutig  von mir abwendete, da sich zum wiederholten Male  zwischen geschälten Kartoffeln und geputzten Blumenkohl ein Achsschenkelbolzen auf dem Küchentisch hinzugesellt hatte, machte das Schrauben auf der Straße irgendwann keinen Spaß mehr. Ich war es leid, alltäglich die Kabeltrommel aus dem Wohnzimmerfenster herabzulassen oder gar meine Kupplung in unbequemer Arbeitshaltung auf durchnässten Asphalt auszuwechseln. Es war Zeit für eine Veränderung.</p>
<p>Wenig später zog ich mit einigen Mitstreitern in meine erste Werkstatt ein.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.klassikauto-berlin.de/2011/06/wie-es-bei-mir-begann/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
